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Sind Weihnachtsbäume als Pferdesnack geeignet…

die Weihnachtszeit ist bald vorbei, der Tannenbaum beginnt auszutrocknen und langsam steht er ohnehin im Weg. Mancher Pferdebesitzer verwertet den Baum weiter und möchte seinem Pferd damit ein Freund machen. Er soll als Beschäftigung dienen und nebenbei einen gesunden Pferdesnack darstellen. Zu diesem Thema hört man allerdings viele verschiedene Meinungen.

Ich habe mir die Frage gestellt wie gesund und ob es überhaupt ratsam ist die Festtagstanne an unsere Pferde zu verfüttern und habe neben den Dingen, die ich darüber schon wusste, weiter recherchiert und alles Fachwissen, das ich dazu finden konnte für euch zusammengefasst.




Eine interessante Feststellung, die ich aber vorab schon gemacht habe; meine Pferde haben ca. 3 Hektar Weide und Wald die ihnen zur Verfügung stehen und auf denen sie sich fast komplett frei bewegen können. Während des gesamten Jahres habe ich nie gesehen das sie an den Nadelbäumen knabbern, wogegen ich den Weihnachtsbaum gleich, nachdem ich ihn den Pferden letztes Jahr zum snacken überlassen habe, auch gleich wieder weg nehmen musste da Balines ihn sonst in einem Rutsch verschlungen hätte. Für mich fühlte sich das nicht ideal an weswegen ich die Tanne dann auch gleich entsorgt hatte.


Dies war dann auch der Auslöser, weswegen ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigte, denn alle meine anderen Pferden hatten vielleicht mal einen Minizweig davon schnabuliert aber waren nie so extrem versessen auf die Nadeln. Natürlich kam in mir kurz der Gedanke auf das er eventuell einen Mangel haben könnte, was ich allerdings gut ausschließe konnte da er sehr gut, wie übrigens jedes meiner Pferde, mit speziell angepassten Zusatz- und Mineral Futter versorgt wird.

In seinem Fall bin ich inzwischen davon überzeugt das der Baum ihm vermutlich einfach besonders gut geschmeckt hat und er auch großartig fand, dass er ihn durch die Gegend schleudern konnte ;)



Nun aber zu dem, worum es eigentlich in diesem Eintrag geht:


In 99% der Berichte und Artikel, die ich dazu studiert habe, gibt es eine Gemeinsamkeit. Sie sind sich alle darüber einig das Nadelhölzer auch in der Natur nicht zum Speiseplan der Pferde zählen.

Zum Schutz vor Parasiten und Fressfeinden bilden Tannen, Fichten und andere Nadelbäume verschiedene ätherische Harze bzw. Öle welche wiederum sogenannte Phytamine, Alkaloide, Terpene, Tannine etc. beinhalten.


Dies sind auch stark wirkende Heilgifte, wie sie auch in Kräutern vorkommen können. Dennoch ist es so, dass eine Vielzahl der Alkaloide beim Pferd nieren- und leberschädigend wirken, weswegen von einer Selbstbehandlung auch dringend abgeraten wird.

Das enthaltene Terpentinöl zusammen mit Tanninen kann bei manchen Pferden Koliken, Entzündungen der Schleimhaut aber auch Fehlgeburten auslösen. Daher sollte man trächtigen Stuten in keinem Fall Nadelbäume zum Verzehr anbieten.


Weiters ist zu bedenken das der Großteil, der bei uns erhältlichen, zumeist Nordmanntannen, aus Plantagen stammen und stark mit Pestiziden belastet sind. Allerdings werden inzwischen auch Bäume aus Öko-Plantaschen angeboten, bei denen dies dann wieder weniger ein Problem darstellen sollte.


Zusammenfassend denke ich persönlich die Menge macht das Gift.

Gesunde Pferde sind als Pflanzenfresser durchaus in der Lage kleine Mengen an Tanninen „entgiften“ zu können.

Für meine Herde entscheide ich mich allerdings dagegen da ich nun weiß das die Gefahr besteht, dass beispielsweise Balines in jedem Fall zu großes Gefallen an dem stacheligen Grünzeug gefunden hat.


Es bleibt also an jedem selbst zu entscheiden welches Risiko die Fütterung des Weihnachtsbaumes für sein Pferd darstellt. Wenn folgende Punkte beachtet werden kann man gewisse Gefahren zwar einschränken, ich persönlich rate aber dennoch nicht dazu den ausgedienten Weihnachtsbaum auf die Koppel/Paddocks zu stellen:


- Keine Bäume an trächtige Stuten oder Pferde mit Magen- und oder Zahnproblemen verfüttern

- den Baum rationieren und nur ein bis zwei Äste per Tag verfüttern

- der Baum sollte ungespritzt sein

- er sollte von allen Dekomaterialien wie Lametta oder Wachs befreit sein

- heimisch Fichten und Tannen sind in der Regel etwas harmloser als Bäume aus anderen Regionen


Bleibt nur noch die Frage, geht es rein um die Beschäftigung der Pferde, ob es dafür nicht bessere und gleich gesündere und nützlichere Möglichkeiten gibt.


Dazu werde ich euch beizeiten aber gerne einen neuen Beitrag verfassen ;)


Ich hoffe ich konnte für euch einige Fragen klären


Liebe Grüße Nadine

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