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KLASSISCH BAROCKE REITKUNST

eine kleine Erklärung

Unterschied zur englischen Reitweise

Die theoretischen Grundlagen der barocken Dressur und der englischen Reitweise sind sehr ähnlich.

Der reiterliche Sitz und die verwendeten Hilfen sind vom Prinzip her dieselben.

In der modernen Dressur werden Piaffe, Passage, Galoppwechsel, Traversale etc. zum Selbstzweck erhoben, je spektakulärer und je schneller erlernt, desto besser. Im Vordergrund stehen zumeist der Sport und die Turniererfolge.

Die klassisch-barocke Reitweise versteht allerdings die Dressur als Trainingsprogramm, welches den Körper des Pferdes lockert, die Muskeln durchtrainiert und so aus dem Pferd einen Hochleistungsathleten entstehen lässt.


Das Ergebnis: ein Pferd, das seinen Aufgaben, egal in welchem Bereich es eingesetzt wird, mit Leichtigkeit gewachsen ist und keine Gefahr besteht, dass es körperlichen oder seelischen Schaden nimmt.  

Die Pferde wurden für die Barockreiterei seit jeher später und länger ausgebildet (mit 5, 6 oder sogar erst mit 7 Jahren) und lange und viel vom Boden aus gearbeitet, auch am langen Zügel. Dadurch wurden die Pferde älter als unsere heutigen Sportpferde und erbrachten bis ins hohe Alter volle Leistung.

Die Ausbildung wird individuell auf jedes Pferd abgestimmt und es gibt keinen Zeitdruck. Dabei stehen stets die Wahrung der Harmonie zwischen Reiter und Pferd, sowie das Reiten mit feinsten reiterlichen Hilfen ohne Kraft und Druck an erster Stelle. Um dies zu erreichen, wird der reiterliche Sitz sehr intensiv geschult und regelmäßig korrigiert.


Fazit

Die Vertreter des klassisch-barocken Ansatzes verstehen das Reiten als Widerspiegelung einer Lebenseinstellung. Sowohl das Pferd, als auch der Reiter sollen ihre edelste Seite präsentieren. Erst durch das stetige Streben nach Ausdruck und Harmonie wird das Reiten zur Kunst und erfreut das Auge des Betrachters.